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Werkzeugmechanikerin: Ausbildungstagebuch von Elisabeth Neuner

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Werkzeugmechanikerin Elisabeth Neuner
Hallo! Mein Name ist Elisabeth Neuner und ich bin 20 Jahre alt.

In meiner ersten Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau merkte ich irgendwann, dass ich etwas anderes lernen möchte. Ich informierte mich im Internet und auch, wenn ich selbst nicht genau wusste, was ich eigentlich suchte, kamen viele verschiedene Vorschläge dabei heraus. Meine größte Anforderung an den Beruf war, dass ich etwas mit den Händen kreieren möchte und am Ende des Tages ein Ergebnis vor mir sehe.

Anfangs war ich gegenüber dem Beruf Werkzeugmechanikerin sehr skeptisch, weil ich gedacht habe, dass dies ein typischer Männerberuf sei. Ich wollte mich jedoch selbst davon überzeugen, inwiefern das stimmte und beschloss, mir ein Praktikum im besagten Bereich zu suchen. Ich sprach mit mehreren Bekannten über meinen neuen Berufswunsch und viele empfahlen mir die Firma ept, da sie selbst gute Erfahrungen gemacht hatten und gehört haben, dass ept ein faires Gehalt bezahlt.

Zuerst kam das Praktikum – dann die Bewerbung

Gesagt, getan. Ich beschloss mich bei ept für ein Praktikum zu bewerben, um zu sehen, ob der Beruf als Werkzeugmechanikerin überhaupt für mich in Frage kommt. Ich bekam die Zusage für ein einwöchiges Praktikum und innerhalb dieser Woche sammelte ich eine Menge Eindrücke. Ich durfte ein Werkstück selber fertigen, die verschiedenen Fertigungsverfahren kennenlernen und mit den Lehrlingen zusammenarbeiten.
Alle waren sehr freundlich und ich hab mich ab den ersten Tag dazugehörig und wohl gefühlt. Mir gefiel es besonders, dass ich den größten Teil meines Werkstückes selber bauen durfte. Ich feilte, bohrte und sägte - und am Ende hatte ich ein funktionierendes Werkstück erschaffen. Das war genau das, was ich mir für meinen Beruf wünschte.

Somit stand meine Entscheidung fest.
Am vorletzten Tag meines Praktikums kam der Ausbilder auf mich zu und wir führten ein Bewerbungsgespräch.
Ich war sehr nervös, weil ich Angst hatte, dass ich eventuell nicht richtig vorbereitet war. Doch das Gespräch verlief locker und nett und der Ausbilder nahm mir damit meine Nervosität. Ich bekam die Zusage!
Nach einigen Tagen kam dann der Anruf zur Vertragsunterzeichnung und ich wurde mit Arbeitsklamotten ausgestattet. Und dann wurde es auch schon ernst.

Mein erster Tag bei ept

Werkzeug feilen
Feilen, bohren und sägen gehört zu den grundlegenden Handgriffen von Werkzeugmechanikern
Glaubt mir, wenn ich euch sage: Jeder "erste" Tag ist wieder gleich schlimm. :)
Von wegen: jetzt kennst du die Situation ja schon.
Viele Gedanken machten sich in meinem Kopf breit. Zum einen war die große Frage: Wer sind die anderen Auszubildenden? Wie werden sie mich aufnehmen? Was passiert heute alles?

Als ich auf den Eingang am Buchinger Gründungswerk zuging, vor dem bereits ein Junge wartete, der genauso aufgeregt war wie ich, ging es mir schon besser – ich war mit meinen Gefühlen und Gedanken nicht alleine. Als alle anderen eingetroffen waren, ging unser Ausbilder mit uns in die Lehrwerkstatt: Dort bekam jeder seinen eigenen Platz mit Werkbank und Werkzeug zum Arbeiten zugewiesen.
Die erste Aufgabe bestand darin, zu kontrollieren, ob das vorliegende Werkzeug vollständig ist.

Hörte sich erst einmal leicht an. Doch was ist, wenn man von dem Werkzeug bisher noch nie gehört hatte? Was also tun? Die anderen Fragen?
Nein, die lachen mich bestimmt aus, weil ich das nicht weiß. Dachte ich zumindest.
Doch als ich bemerkte, dass mehrere das gleiche Problem hatten, fingen wir an uns gegenseitig zu fragen, was das denn wohl für ein Werkzeug sein könnte. Gemeinsam lösten wir die Aufgabe und die ersten Kontakte waren damit geknüpft. Nachdem wir diese Hürde genommen hatten, fuhren wir in das Werk in Peiting, um dort die verschiedenen Abteilungen und anderen Azubis kennenzulernen.

Unser Kennenlern-Wochenende in Scheidegg

Auszubildende bei einem Teamspiel
Beim Kennenlern-Wochenende stand alles unter dem Motto: Teamwork!
Nach einer gemütlichen und lustigen Fahrt kamen wir in unserer Unterkunft in Scheidegg an, wo wir 2 Tage verbrachten.

Die Faszinatour-Coaches halfen uns durch Teamspiele, uns gegenseitig besser kennenzulernen. Wir mussten uns beispielsweise nach Augenfarben, Geburtsort, usw. aufteilen. Durch Gemeinsamkeiten kamen wir untereinander ins Gespräch.
Nach einer guten Stärkung am Mittag ging es dann weiter. Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt, um Wettkämpfe gegen die anderen Teams durchzuführen.

Unser Ehrgeiz wurde geweckt, als eine Belohnung in Aussicht gestellt wurde.
Die erste Aufgabe bestand darin, alle acht Teammitglieder so schnell wie möglich durch ein Seilfenster zu befördern. Die Herausforderung hierbei war, dass wir uns überlegen mussten, wie wir uns am besten organisierten, um so schnell wie möglich durch das Seil zu kommen, denn das Fenster war nicht sehr groß. Da ich euch nicht zuviel verraten möchte, weil ihr es ja vielleicht selber machen müsst, gibt es nur einen kleinen Tipp: Wir stellten uns immer zu zweit zusammen.

Am Abend stand unser erstes großes "Projekt" an: Grillen! Nachdem unsere Azubi-Projektleiter uns unsere Aufgabenbereiche zugeteilt hatten, gingen die Vorbereitungen los: Die einen waren für das Essen, die anderen für die Deko und wieder andere für das Abendprogramm zuständig.
Die Ausbilder stellten hohe Anforderungen an uns Azubis. Das waren zum einen, dass das Essen pünktlich um 19 Uhr serviert werden sollte. Lecker und warm sollte es ebenfalls sein.
Dies gelang uns super, sodass wir erstaunte Blicke unserer Ausbilder erhielten. Am Lagerfeuer ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Der nächste Tag begann mit sehr müden Gesichtern. Dennoch gingen wir mit Tatendrang in den Wald, in dem eine 50 Meter tiefe Schlucht auf uns wartete. Sie teilte den Wald in drei Teile auf und in der Mitte war eine kleine Insel.
Diese war zwar zu Fuß zu erreichen, doch die Aufgabe bestand darin, eine Seilbrücke von einer Seite der Schlucht auf die Insel zu spannen. Über diese Brücke sollten wir später ein Katapult befördern, mit dem wir Eier 10 Meter weit in ein gespanntes Netz schießen sollten. Am Ende waren von vier Eiern eins in der Schlucht, eins zertreten, eins fiel zu Boden und das letzte blieb heil. Nachdem wir die Aufgabe beendet hatten und die Gewinner verkündet worden, trafen sich alle Azubis und Ausbilder, um die Tage Revue passieren zu lassen. Anschließend verabschiedeten wir uns und traten die Heimreise an.

Das Bedienen der ersten Maschine

Nachdem wir die grundlegenden Tätigkeiten, wie z.B. Feilen, Bohren und Sägen gelernt hatten, kam endlich der lang ersehnte Satz: „Du darfst für die Fräsmaschine lernen!“.

Die Freude war riesig. Denn das Schwitzen und die Frage, ist die Seite überhaupt gerade oder habe ich sie schief gefeilt, war damit vorbei. Auch das man endlich weiter kommt und wieder etwas Neues lernt, war ein schönes Gefühl. Dann wurde auch schon begonnen, die wichtigsten Sachen über die Fräsmaschine zu lernen, um endlich starten zu können. Doch davor gab es noch ein kleines Hindernis: Nämlich die Abfragung der Maschine durch unseren Ausbilder. Es wurde abgefragt, wie man einen Fräser richtig spannt, welche Schutzmaßnahmen man einhalten muss und natürlich alles, was man über die Maschine wissen sollte, um sie richtig bedienen zu können. Nach erfolgreich bestandener Prüfung ging es mit den ersten Fräsversuchen los: Endlich nicht mehr feilen, sondern einfach nur einspannen, die Maschine einschalten und los.

Zwischenprüfung

Schriftliche Zwischenprüfung
In der Zwischenprüfung werden alle bisher vermittelten Inhalte abgefragt. Bildquelle: Unsplash/Green Chameleon
Als die Dreh-, Schleif- und Fräsmaschinen nach ca. einem Jahr gelernt waren und wir für die Produktion Teile herstellen durften, fingen wir Azubis langsam damit an, uns auf die Zwischenprüfung vorzubereiten. Wir haben Projekte zusammen gebaut und praktische Übungsprüfungen bearbeitet. Außerdem übten wir spezielle Aufgaben, die sicher in der Prüfung dran kommen würden. Damit bereiteten wir uns sehr gut auf die theoretische und praktische Prüfung vor.

Du fragst dich vielleicht: Was ist eigentlich die Zwischenprüfung und wie läuft sie ab?
Zuerst erfolgt die schriftliche Prüfung, in der alles abgefragt wird, was du in der Berufsschule gelernt hast.
Als nächstes kommt die praktische Prüfung, in der du deinen bisherigen „Leistungsstand“ zeigen musst. Hier werden Dinge wie beispielsweise einen Radius feilen oder eine Platte fräsen gefordert. Also alles Sachen, die du in deiner bisherigen Ausbildung gelernt hast und die du jetzt nur in einer bestimmten Zeit fertig stellen musst.

Dann kommt der Tag der Tage, an dem die Prüfer in den Betrieb kommen, um dich zu bewerten. Die letzten Minuten vor dem Beginn der Zwischenprüfung waren schlimm und mein Herz schlug mir bis zum Hals.Wir waren allerdings alle super vorbereitet, sodass es keine schlimmeren Geschehnisse gab und alle rechtzeitig fertig wurden. Die Erleichterung war groß als es dann endlich geschafft war und alles funktionierte. Jetzt musste nur noch das Ergebnis so schnell wie möglich kommen und natürlich gut sein.

Mein Abteilungsdurchlauf

Nachdem die Prüfungsergebnisse eingetroffen waren, ging es schon an die nächste Herausforderung in unserer Ausbildung. Der Abteilungsdurchlauf begann. In mehreren Wochen durchlaufen wir Azubis jede einzelne Abteilung, um ept, die Produkte und auch die Aufgaben der einzelnen Abteilungen besser kennenzulernen. Warum das wichtig ist? Ganz einfach: eine der Abteilungen könnte euer zukünftiger Arbeitsplatz sein.
Das Kennenlernen der verschiedenen Abteilung ist spannend, aber auch nicht immer einfach. Die Abteilungsleiter bewerten euch nach Kriterien, wie z.B. Geschicklichkeit, technisches Verständnis usw. Wenn ihr da schon ein gutes Bild macht, ist es später leichter, in eurer Wunsch-Abteilung einen Platz zu bekommen.

Get to know ept

Dann war es also soweit: Wir durften in eine Abteilung hineinschnuppern. Die Aufregung war groß. Die älteren Lehrjahr hatten uns bereits viel über die Abteilungsdurchläufe erzählt.
Viele Eindrücke und neue Aufgaben warten auf dich, wie etwa das Zusammenbauen noch unbekannter Maschinen oder Werkzeuge. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern in sämtlichen Altersklassen ist sehr interessant, denn jeder arbeitet anders und auch das Wissen ist natürlich nicht immer gleich. Du lernst die Arbeitsabläufe und Aufgabenbereiche der einzelnen Abteilungen kennen. Manche Tätigkeiten sind sehr abwechslungsreich, andere weniger. Nichtsdestotrotz macht alles Spaß und neugierig auf mehr. Und so lernt man Schritt für Schritt ept besser kennen.

Qual der Wahl: Auswahl der Abteilung

Als wir alle Abteilungen durchlaufen hatten, ging es an die Auswahl der Abteilungen, in der wir gerne nach der Lehre arbeiten möchten. In dem Gespräch mit dem Ausbilder wurde ich gefragt, welche Abteilungen mir besonders gut gefallen hatten und ob ich eine „Wunschabteilung“ habe. Danach fragt der Ausbilder bei den Abteilungen an, ob sie noch einen Platz frei haben und wenn sie zustimmen und dich nehmen, hast du alles richtig gemacht.
Meine Entscheidung stand schon ziemlich früh fest: ich wollte in die Stanzerei, bzw. in die Instandhaltung für die Stanzwerkzeuge. Das wollte ich aus folgenden Gründen: Ich möchte jeden Tag etwas anderes, interessantes machen und mit netten Kollegen zusammenarbeiten. All das erfüllt die Stanzerei und auch die Mitarbeiter nahmen mich sofort auf. Von nun an arbeite ich also in der Stanzerei und lerne jeden Tag noch etwas dazu.

Meine Abschlussprüfung

Elisabeth Neuner am Ausbildungsplatz
Elisabeth arbeitet nach ihrer Ausbildung nun in der Instandhaltung der Stanzerei in Buching.
Langsam kommt das Ende der Ausbildung immer näher und die Vorbereitungen für die Prüfungen beginnen. Wieder werden, wie in der Zwischenprüfung, Vorbereitungskurse in allen Fächern angeboten, die für die Prüfung wichtig sind, wie beispielsweise Sozialkunde. Da wir als unsere praktische Prüfung den betrieblichen Auftrag gewählt haben, ging es auch da ziemlich gut voran. Ich musste z.B. einen Bandeinzug warten. Der Bandeinzug dient normalerweise dem Einschieben des Metallbandes in das Stanzwerkzeug. Warten bedeutet, dass ich die Funktionsfähigkeit des Einzuges prüfe und auf Fehler und Schäden hin kontrolliere. Finde ich welche, dann wechsle ich das Teil aus und ersetze es durch ein neues. Neben der Wartung dokumentiere ich außerdem meine Arbeitsschritte und arbeite diese anschließend am PC aus. Am Prüfungstag trage ich dann meine Ausarbeitungen den Prüfern vor.

Nun war es soweit und der Tag der schriftlichen Abschlussprüfung war da. Die Nervosität war riesig, trotz der guten Vorbereitung - aber Prüfungsnervosität gehört einfach dazu. Uns wurden Plätze zugeteilt und die Prüfungsunterlagen lagen schon bereit. Die Prüfung bestand aus drei unterschiedlichen Teilen: Fertigungstechnik, Auftrags- und Funktionsanalyse und Sozialkunde.

Die praktische Prüfung war an einem Mittwochmorgen und einerseits war ich nervös, aber andererseits freute ich mich auch darauf, den Prüfern zu zeigen, was ich alles aus der Aufgabe erarbeitet und gemacht habe. Alles verlief super. Ich hatte nette Prüfer, die mir nicht das Gefühl gaben, dass ich Angst haben müsste, sondern mich noch bestärkt haben. Nach ca. 30 min war es auch schon wieder vorbei – die Zeit verging wie im Flug. Die Zeit, in der ich vor der Türe auf mein Ergebnis warten musste, dauerte jedoch gefühlt eine Ewigkeit.
Letzen Endes ging alles gut und meine Prüfung war bestanden. Nun arbeite ich meiner Wunschabteilung, der Instandhaltung für die Stanzerei.

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